Paulina's Zeit im UKM
Paulina's Geschichte und die Erlebnisse ihrer Eltern mit der nicht-medizinischen
Betreuung während der Aufenthalte auf der kinderkardiologischen Station 18b
West der Uniklinik Münster.
Am 15. Juli 2010 kam nach einer unbeschwerten und schönen
Schwangerschaft unser erstes Kind im EVK Münster mit Down Syndrom zur Welt. Als
die Hebamme sie mir auf meine Brust legte, sah ich sofort, dass sie diese
markante Augenstellung hat, ein Traum, den ich in der Schwangerschaft öfter
träumte, wurde Wirklichkeit. Ein Schrecken, ein Schock. Warum wir? Das kann
doch nicht sein. Doch das Team des EVK Münster hat uns so großartig
aufgefangen, wir erfuhren eine Stimmung der Ehrlichkeit, Empathie und Fürsorge,
für die wir allen ewig dankbar sein werden. Und so begann eine Zeit, die bis
heute durch so viele Menschen geprägt wird, die uns half, diese Situation
anzunehmen: wir bekamen Mut zugesprochen.
Als Paulina in die Uniklinik Münster
verlegt werden musste, weil sie einen AV Kanal hat, erfuhren wir auch da
Offenheit, die uns Mut machte. Uns wurden auf Station Flyer mitgegeben von der
Elterngruppe „Unser Kind mit Downsyndrom“. An einem Sonntag trafen wir das 1.
Mal auf die Elterngruppe UKMDS, gemeinsam mit vielen Familien gingen wir im
Stift Tillbeck den Barfußgang und erzählten und hörten und bekamen Mut. Wir
lernten Schwester Jutta kennen, die schon lange nicht mehr „nur“ Schwester der
18B West ist, wir lernten so viele Menschen kennen, die wir ohne Paulina nie
getroffen hätten. Diese Offenheit und Ehrlichkeit, diese Leichtigkeit, Reden
ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, im Kreise derer, die so gut
nachvollziehen können, wie es uns geht, das machte uns Mut.
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Nach nur 10 Tagen UKM durfte Paulina mit uns nach Hause und wir begannen
ein ganz normales Familienleben. Sicherlich mit mehr Terminen, aber das gehört
nun mal jetzt auch dazu. Alle 6 Wochen Kontrolluntersuchungen im UKM: „Zwischen
dem 3. und 6.Lebensmonat“ hieß es bei ihrer Entlassung, müsse sie operiert
werden, es komme auf ihre Entwicklung an. Und sie entwickelte sich großartig,
wir durften bis Januar 2011 warten. Viele Achterbahnfahrten durchliefen wir in
diesen Monaten, viele Tränen, viele Ängste vor dieser so großen Herz OP dieses
wunderbaren kleinen Mädchens.
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Nach knapp 6 Monaten mussten wir dann also zurück auf die 18B West, weil
der AV Kanal korrigiert werden sollte. Aber wir wussten ja schon von Juli, was
für ein tolles Team uns empfangen würde. Im Dezember vereinbarten wir einen
Termin mit Schwester Marion für die Card AG, der uns unendlich half, so viele
Fragen im Vorfeld zu klären. Wir gingen nach knapp 1,5 Stunden mit vielen
Informationen, aber sehr gut vorbereitet heim und feierten erstmal im Kreise
der Familie unser erstes Weihnachtsfest. Wir können nur jeder Familie sehr sehr
ans Herz legen, diese großartige Möglichkeit der CardAG in Anspruch zu nehmen,
die Ängste/Verlustängste sind nicht weg, aber vieles greifbarer,
verständlicher.
Am 04. Januar 2011 war dann der Aufnahmetag, dank des Herztagebuches mit
und von Kobold Mutz erzählt, konnte ich alles genau festhalten, damit wir
Paulina irgendwann, wenn sie fragt, wie denn diese große Narbe auf ihre Brust
gekommen ist, alles ganz detailliert erklären können. Ein ganz großartiges
Buch!!!
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Am Tag der OP, 05. Januar 2011,
gaben wir sie ganz früh morgens um 07.30 Uhr voller Ruhe und Gottvertrauen,
dass alles gut wird, vor dem OP ab und warteten. Durch unsere Ruhe, war auch
sie ruhig, als sie schon fast außer Sichtweite war, drehte sie sich noch einmal
zu uns um und lächelte uns an, als wolle sie sagen „Mama, Papa, wir sehen uns
gleich wieder, es wird alles gut, ich bin hier in guten Händen bei Prof. Scheld
und Dr. Rotering“. Ja und das war sie. Nach nur etwas mehr als 5 Stunden rief
uns Dr. Kehl aus dem OP an, dass alles vorbildlich verlaufen sei und die
Chirurgen schon dabei seien, sie wieder zu zunähen. Ein Wunder. Wie viel Ängste
fielen in diesem Moment von uns ab. Wir weinten, lachten vor Freude und
Erleichterung. 8 Stunden, nachdem wir sie abgaben, durften wir sie auf der 19B
West sehen. Sie sah so aus, wie wir es von den Bildern der CardAG kannten, wir
wussten über alle Schläuche, Kabel und Perfusoren Bescheid. Einmal mehr
Dankbarkeit, so gut vorbereitet worden zu sein und nicht in diesem Moment mit
all dem Piepen, Schläuchen konfrontiert zu sein. Da lag sie, so hilflos, so
fertig. Aber es tat so gut, ihr ein Küsschen zu geben, die Hand auf ihr Ärmchen
zu legen, sie zu spüren. Große Dankbarkeit.
Nach nur 2 Tagen durfte Paulina
zurück auf die 18B West, „es könnte nicht besser laufen“ hieß es oben. „Was für
ein Spaziergang der kleinen Kämpferin hieß es unten.“ Alles ist dicht, alles
funktioniert sehr gut, die Chirurgen haben sehr gute Arbeit geleistet. Jeder
Zeit würden wir uns wieder mit gutem Gefühl fürs UKM entscheiden, das war das
Beste, was uns in dieser Situation passieren konnte.
Ja und so ging es weiter, ein Spaziergang unserer kleinen Kämpferin,
jeden Tag verlor sie einen weiteren Schlauch, bis am 5. postoperativen Tag nur
noch ein PVK lag. Alle Ärzte, Schwestern und Pfleger waren beeindruckt von der
Schnelligkeit, wie sich diese kleine Heldin erholt. Voller Stolz unterschrieb
Dr. Kehl ihr die Koboldehrenurkunde. „Hiermit wird bestätigt, dass Paulina die
größte Heldin der Station ist“ waren Worte, die in diesem Gespräch auch fielen.
Am 9.postoperativen Tag durften wir nach Hause und sie strahlt und strahlt und
strahlt unser Sonnenschein.
Wir können unsere Dankbarkeit kaum in Worte fassen, was das Team der 18B
für uns geleistet hat. DANKE!! Tobias
sagte uns zum Abschied „wir sagen hier nicht 'auf Wiedersehen', aber 'Tschüß'“
aber wir werden wiederkommen, zu Besuch, versprochen!
Vielen vielen Dank sagen von Herzen Annemarie und Falko Kirchhoff mit Paulina
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